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Ein starker Schulterschluss für ein zügiges Fortschreiten des Bahnausbaus in Südostbayern
07.04.2026
Projektübergreifend
Dialogveranstaltung in Mühldorf am Inn zahlreich und prominent besucht

Zur gemeinsamen Dialogveranstaltung kamen Ende März mehr als 30 Akteur:innen aus Politik und Wirtschaft ins InfoCenter der Ausbaustrecke (ABS) 38 nach Mühldorf. Dazu eingeladen hatte das Großprojekt, partnerschaftlich mit dem Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) Landesverband Bayern, der Initiative Main Line for Europe e.V. sowie dem Kundenbeirat der Südostbayernbahn. Den Initiatoren gelang es, die große Bedeutung des Bahnausbaus in Südostbayern aus verschiedenen Perspektiven deutlich herauszustellen. Ziel war es, anschließend im direkten Austausch mit den geladenen Gästen einen Weg zu finden, ein schnellstmögliches Fortschreiten für die ABS 38 zu erreichen. Im Fokus steht aktuell die Mittelfreigabe durch den Bund für die Strecke München – Mühldorf – Freilassing und Burghausen und auch der Planungsstart der Strecke Mühldorf – Simbach.

Die Partner (Bild v.l.): Dr. Christian Loos (VCD), Annika Hummel (Main Line for Europe), Wilhelm Mack (Kundenbeirat SOB), Alexander Pawlik (ABS 38), Dr. Thomas Bronnert (Main Line for Europe / Wacker).

Die ABS 38 ist Herz, Lebensader, Riesenentwicklung und mehr

Der Bahnausbau ist für alle: Für Südostbayern. Für das Klima. Für die Menschen. Für die Wirtschaft. Und für Europa. Gesamtprojektleiter Alexander Pawlik veranschaulichte einmal mehr die weitreichende, auch grenzüberschreitende, Dimension des Bahnprojekts und skizzierte aktuelle Projektentwicklungen: „Unermüdlich arbeiten wir unsere Hausaufgaben ab. Aktuell stehen wir bei 15 von insgesamt 16 Planfeststellungsabschnitten, die wir an das Eisenbahn-Bundesamt übergeben haben. Nach wie vor warten wir geduldig auf den ersten Baurechtsbeschluss seitens der Genehmigungsbehörde.“ Auch ein Finanzierungsvorschlag des Bauvorhabens sei bereits erarbeitet und ans Bundesfinanzministerium übergeben worden.

„Wir wollen Regionen an ein hochrangiges Schienennetz anbinden und setzen uns ein, etwa 35 Millionen Europäer:innen und 16 Millionen Beschäftigten eine umweltfreundliche und grenzenlose Mobilität zu ermöglichen. Die ABS 38 ist als Herz der Main Line for Europe von Paris nach Budapest besonders wichtig für unseren gemeinsamen Wirtschaftsraum“, bekräftigte Annika Hummel, Geschäftsführerin der Initiative Main Line for Europe.

Das unterstrich Dr. Thomas Bronnert, Vorstandsmitglied des Vereins Main Line for Europe. In seiner Funktion als Logistikleiter der Firma Wacker im Bayerischen Chemiedreieck gab er weitere Impulse mit: „Für uns ist insbesondere der Gütertransport auf der Schiene eine wesentliche Lebensader. Aktuell leidet die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs zunehmend mit Auswirkungen auf die Lieferzuverlässigkeit von Rohstoffen. Deutlich gestiegene Investitionen in Kapazitäten und die Logistikinfrastruktur sind die Folge. Wir müssen es schaffen, die Verzögerungen beim Streckenausbau endlich zu stoppen“, so sein Appell.

„Die Menschen und die Wirtschaft in der Region warten schon viele Jahre auf den zweigleisigen Ausbau mit durchgehender Elektrifizierung. Als ein Verband der Verkehrswende ist unsere Forderung eine komplette und zuverlässige Finanzierung der ABS 38, ohne jegliche Finanzierungsvorbehalte, Mittelstopps oder Sparszenarien. Außerdem sollen Planfeststellungen so rasch und sorgfältig wie möglich erlassen werden“, erklärte Dr. Christian Loos, Landesvorsitzender des VCD Bayern.

„Auch alle Fahrgäste, Reisende und Berufspendler brauchen eine zuverlässige Anbindung in noch engerer Taktung“, betonte Wilhelm Mack. Für den Vorsitzenden des Kundenbeirats der Südostbayernbahn wäre darüber hinaus vor allem auch der Lückenschluss nach Österreich durch den Ausbau der Strecke Mühldorf – Simbach eine Riesenentwicklung. „Es muss endlich losgehen!“ mit einem Hilferuf in Richtung Plenum – den Druck zu erhöhen, damit die Finanzierung endlich kommt, beschloss er die Vortragsreihe.

Ein Kräftebündeln, das viel Mut macht

Die Botschaften und Appelle kamen an und erhielten durchweg Zustimmung von den Anwesenden, darunter Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Landräte, Bürgermeister, die IHK-Landesverantwortlichen, Vertreter des Bayerischen Chemiedreiecks, des Münchner Flughafens und sogar der Österreichischen Nachbarn vom Land Salzburg.

Was passiert, wenn die ABS 38 weiter auf sich warten lässt oder gar nicht kommt? Dieses Szenario will sich niemand ernsthaft vorstellen. Alle Dialogteilnehmer:innen meldeten sich mit starken Plädoyers zugunsten der ABS 38 zu Wort. Sie waren sich auch darin einig, dass es fast überfällig sei, die Kräfte für den Bahnausbau zu bündeln. Für Diskussionen sorgten die unklaren Hebel, wo, wie und über wen genau es möglich ist, die Finanzierung des Bahnausbaus anzuschieben. Dennoch standen am Ende einige vielversprechende Ideen zu Buche – und mit dem bekennenden Schulterschluss aller Anwesenden ein eindeutiges Signal zum Aufbruch. Die Initiator:innen des Treffens nehmen jede Menge Zuversicht mit und wollen mit der gewonnenen Rückendeckung aus Politik und Wirtschaft gemeinsam auf dem Vormarsch bleiben.

Weiterführende Informationen:

Einzelheiten zu den Unterstützer:innen der Ausbaustrecke 38 finden Sie auf den entsprechenden Internet-Auftritten:

Main Line for Europe e.V.

Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD)

Kundenbeirat der Südostbayernbahn

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